Informationen zu biologischem Anbau und biologischer Kleidung

Ist bio und fairtrade nicht dasselbe oder zumindest ähnlich?

Dasselbe sind biologischer Anbau und fairtrade nicht. Trotzdem sind beide Aspekte sehr wichtig für die Menschen, die unsere Kleidung herstellen. Beide beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Aspekte der Herstellung von Kleidung.

Beim kontrolliert biologischen Anbau geht es unter anderem darum, welche Betriebsmittel beim Anbau der Baumwolle eingesetzt werden. Beim Fairtrade-System stehen unter anderem die Handelsbedingungen sowie soziale und wirtschaftliche Anforderungen für Produzentinnen und Produzenten im Mittelpunkt.

Beide Aspekte können sich bei einem Produkt ergänzen. Eine Bio-Zertifizierung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Produkt Fairtrade-zertifiziert ist. Umgekehrt bedeutet eine Fairtrade-Zertifizierung nicht automatisch, dass die verwendete Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau stammt.

Was bedeutet "konventioneller Anbau" ?

Der konventionelle Anbau bringt laut Umweltbundesamt nachgewiesene Belastungen für Umwelt und Gesundheit mit sich. Durch den intensiven Einsatz synthetischer Düngemittel und Monokulturen wird die Biodiversität massiv gefährdet und Ökosysteme werden geschwächt.

Nitratauswaschungen schädigen zudem die Wasserressourcen und führen zur Überdüngung von Gewässern. Besonders gravierend sind die Folgen beim konventionellen Baumwollanbau: Er verbraucht durch mangelndes Bodenmanagement enorme Mengen an Wasser.

Was bedeutet "biologischer Anbau" ?

Beim kontrolliert biologischen Anbau von Baumwolle gelten Vorgaben für den Einsatz von Betriebsmitteln. Unter anderem wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Düngemittel verzichtet.

Stattdessen kommen je nach Anbausystem andere Methoden der Bodenpflege, Düngung und Schädlingsregulierung zum Einsatz. Auch Fruchtfolgen können Bestandteil des biologischen Anbaus sein.

Der Verzicht auf bestimmte chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Düngemittel unterscheidet den kontrolliert biologischen Baumwollanbau vom konventionellen Anbau. Welche weiteren Anforderungen gelten, hängt vom jeweiligen Bio-Standard und dessen Zertifizierung ab.

Wichtig: „Bio-Baumwolle“ beschreibt zunächst den Anbau der Faser. Daraus folgt nicht automatisch, dass auch die spätere Verarbeitung des Textils nach einem bestimmten ökologischen oder sozialen Standard erfolgt. Dafür sind gegebenenfalls zusätzliche Zertifizierungen wie GOTS relevant.

Warum biologischer Anbau?

Der Baumwollanbau kann mit dem Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln sowie einem hohen Wasserbedarf verbunden sein. Das Umweltbundesamt nennt den Baumwollanbau deshalb als einen Bereich, in dem Umweltentlastungen durch kontrolliert biologischen Anbau möglich sind.
Ein wesentlicher Vorteil des kontrolliert biologischen Anbaus ist der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Düngemittel. Dadurch können bestimmte Umweltbelastungen, die mit diesen Betriebsmitteln verbunden sind, vermieden werden.

Auch für die Menschen, die Baumwolle anbauen, ist dieser Unterschied relevant: Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel kann die Belastung durch diese Mittel bei der landwirtschaftlichen Arbeit reduziert werden.

Für die Eigenschaften des fertigen Textils sind auch die weiteren Produktionsschritte wie Spinnen, Färben und Ausrüsten relevant. Hier können je nach Produkt zusätzliche Standards und Zertifizierungen Anforderungen festlegen.

Die Vorteile biologischen Baumwollanbaus beziehen sich daher auf konkrete Anbaumethoden und deren Auswirkungen. Ein Beispiel: der Anbau von Baumwolle im (zeitlichen oder örtlichen) Wechsel mit anderen Nutzpflanzen. Für den Landwirt bietet der Fruchtwechsel ökonomische und betriebliche Vorteile: Durch den Anbau unterschiedlicher Kulturen verteilt sich das finanzielle Risiko, wodurch der Betrieb deutlich unempfindlicher gegen Ernteausfälle einer einzelnen Pflanzenart wird. Gleichzeitig spart die natürliche Bodenregeneration synthetischen Dünger und chemischen Pflanzenschutz ein. Zudem entzerrt der zeitlich versetzte Anbau von Aussaat bis Ernte die Arbeitsspitzen über das Jahr.

Wir bevorzugen deshalb bei der Auswahl von Baumwollprodukten nachvollziehbare Angaben zu Anbau, Materialien und vorhandenen Zertifizierungen.