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fairtragen, Artikelnr: mic_2

Der Erlös aus diesem Shirt geht direkt an die Initiative "BREAK THE SILENCE Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.", die seit vielen Jahren gegen das Vergessen und für Gerechtigkeit kämpft.

Der 21-jährige Oury Jalloh wurde am Morgen des 7. Januars 2005 stark angetrunken von der Dessauer Polizei festgenommen.
Einige Frauen, die am frühen Morgen die Straße reinigten, fühlten sich von seiner Bitte nach einem Mobiltelefon, um einen Anruf zu tätigen, belästigt und riefen daraufhin die Polizei. Sofort nach deren Eintreffen schrien diese nach dem Ausweis des Afrikaners. Kein ungewöhnliches Vorgehen für die deutsche Polizei, die im Umgang mit Schwarzen allzu gerne auf brutale Weise demonstriert, wer in Deutschland gewünscht ist und wer nicht. Nachdem Oury Jalloh im Dessauer Polizeirevier gründlich durchsucht worden ist (ein Feuerzeug wurde nach Aussage des diensthabenden Beamten nicht gefunden), wurde er in der Gewahrsamszelle Nr. 5 an Händen und Füßen an eine feuerfeste Matratze fixiert. Die Fixierung wurde mit der heftigen Gegenwehr Ourys begründet, wodurch die Polizisten befürchteten, er könne sich selbst schädigen. Etwa 3 Stunden später brach ein Feuer in der Zelle Nr. 5 aus – die diensthabenden Beamtem bewegten sich jedoch erst in den Gewahrsamstrakt nachdem der Feuermelder bereits mehrmals Alarm geschlagen hat. Oury Jalloh verbrannte qualvoll bei lebendigem Leibe im Gewahrsam der Dessauer Polizei. Zur Tatortermittlung wurde kein Brandsachverständiger hinzugezogen. Es wurde kein nachvollziehbares Brandlegungsmittel aufgefunden und nicht vor Ort nach Brandbeschleunigern gesucht… DREI Tage später wurde ein bis dahin nicht vorhandener, umfänglich verschmorter Feuerzeugrest präsentiert, der sich angeblich in einer der am Tatort sichergestellten Brandschutttüten befunden haben soll … an diesem „Beweismittel“ fanden sich später jedoch keinerlei Spuren des Brandgeschehens in der Dessauer Polizeigewahrsamszelle Nr. 5 – dafür aber eingeschmolzene tatortfremde Polyesterfasern sowie 2 nachträglich angehaftete, unverbrannte Tierhaare… Oury Jalloh selbst hatte keinen erhöhten Kohlenmonoxidspiegel in seinem Herzblut und unauffällige Stresshormonspiegel in seinem Urin…

Bis heute ist nicht geklärt worden, was an diesem Tag im Polizeirevier tatsächlich geschehen ist…

Erst durch den öffentlichen Druck der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh aus Freund*innen, den Verwandten und Aktivist*innen musste der Fall überhaupt vor Gericht gebracht werden. Die unfassbaren Erfahrungen der Initiative und der Angehörigen mit der vertuschenden Ermittlungsführung durch die zuständige Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau (die zu keinem Zeitpunkt bisher überhaupt einen Mord in Erwägung gezogen hat) sowie der nachfolgend dogmatischen Ignoranz gleich zweier sachsen- anhaltinischer Gerichte (die widersprüchliche bzw. zweifelnde Gutachteraussagen immer wieder nach dem Gusto der vorgeschriebenen Selbstentzündungstheorie uminterpretiert haben) führten zu dem Entschluss, die Aufklärung der Todesumstände selbst in die Hand zu nehmen. 2013 beauftragte die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh deshalb den irischen Brandexperten Maksim Smirnou damit, den Brandverlauf und dessen Ergebnis durch Brandversuche nachvollziehbar zu machen. Das Ergebnis: der vorliegend verheerende Brandzustand aus Zelle Nr. 5 kann nur unter Verwendung von Brandbeschleunigern erreicht werden… In einem weiteren Schritt hat die Initiative nun unabhängige Brandsachverständige, Toxikologen und Gerichtsmediziner damit beauftragt, die bisher vorliegende Aktenlage von Gerichten, Staatsanwaltschaft und selbst veranlassten Gutachten (Zweit-Autopsie und Brandgutachten) zu analysieren und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen wissenschaftlich zu bewerten. Die Ergebnisse dieser Begutachtung wurden der Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz am 27. Oktober 2015 vorgestellt.

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